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Reiten: Eine Sache des Gleichgewichts!

 

Die Natur hat das Pferd nicht erfunden, damit es uns Menschen durch die Gegend schleppen kann - auf diese Idee sind wir Menschen gekommen ;) 

Damit ein Pferd seinen Reiter ohne Schmerzen tragen kann, braucht es starke Muskeln, gesunde Knochen und kräftige Sehnen. Das muss trainiert werden. Um den Reiter auf seinem Rücken ausbalancieren zu können, ohne mit ihm umzufallen, braucht das Pferd ein gutes Gleichgewicht - auch dieses muss es lernen. Junge Pferde schwanken anfangs ziemlich mit dem Reitergewicht herum. 

Auch wir Reiter sollten sportlich sein, damit wir unser Pferd oder Ponys bestmöglich unterstützen und ihm das Tragen nicht schwer machen. Daher gibt es ein paar Anhaltspunkte für den guten Reitersitz. Hier im Bild seht ihr Judith mit der jungen Haera im Gelände. Die beiden schwarzen senkrechten Linien zeigen, wo die Balancepunkte idealerweise liegen: An Haeras Kopf sollte die Linie durch das Genick bis zum Kinn etwa verlaufen. Beim Reiter sollte die Linie vom Kopf über Schulter, Ellenbogen bis zur Ferse verlaufen. Dann ist er im idealen Gleichgewicht und für das Pferd gleich viel leichter zu tragen. Ich habe auch die kleinen Abweichungen (vom sonst wirklich guten Sitz!) eingezeichnet (rote Linien): Im Bereich von Wade und Ferse rutscht Judiths Bein auf dem Bild etwas nach vorne, die Ferse ist nicht mehr auf der Ideallinie. Haeras Kopf weicht ebenfalls ab - und zwar in etwa der gleichen Linie nach vorne, denn sie versucht, das "verrutschende Gleichgewicht" auszugleichen. Der Reiter hat dann manchmal das Gefühl, das Pferd möchte ihm die Zügel aus der Hand ziehen oder schneller werden. Dabei läuft das Pferd nur seinem verlorenen Gleichgewicht hinterher.  Wie bei einem Bauklötzchen-Turm bilden Pferd und Reiter gemeinsam die Balance. Und je mehr sie zusammen trainieren und darauf achten, umso schöner und leichter wird das Reiten. Und dafür gibt es einfach keine Abkürzung: Kein Ausbinder und keine Hilfszügel ersetzen das fleißige Training von Balance und Körpergefühl. 

Jetzt, wo das Reiten gerade kaum oder gar nicht stattfinden kann, könnt ihr zuhause euer Gleichgewicht und die wichtigsten Muskeln trainieren. Dafür gibt es ja viele Übungen, die wir hier auch schon zusammen gemacht haben: Kniebeugen, auf Balken balancieren - mit und ohne Fangspiel, Übungen auf einem Bein und vieles mehr. Viel Spaß dabei, die Ponys und Pferde freuen sich auf trainierte Reiter!!

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Das Essen unserer Pferde und Ponys: Gras?

 

Die wilden Vorfahren und Verwandten unserer Ponys und Pferde lebten meist in kargen Steppenlandschaften mit verschiedenen Gräsern. Bei waldnah lebenden Ponys standen auch Laub, Rinde und kleine Knabberäste auf dem Speiseplan. Auf Island fressen die Ponys bestimmte Moose und Flechten, wenn das Gras rar wird. Immer aber haben die Tiere fast den ganzen Tag damit zu tun, sich ihre benötigte Menge an Futter zusammen zu suchen. Hier ein Happen, da eine Maulvoll, dann wieder wandern und suchen - so sieht das natürliche Pferdeleben aus.

Bei uns im Paddock oder auf den Weiden leben sie dagegen meist in einem Schlaraffenland. Deshalb gibt es leider auch viele zu dicke Ponys und Pferde. Dauerhaft zu dick sein ist ungesund und macht auch Tiere krank.

In dem Gras auf den meisten Weiden ist zu viel Zucker - und wie bei uns gilt: Eine zu hohe Menge an zuckerhaltigen Nahrungsmitteln ist schlecht für den Körper. 

Im Heu ist durch das Trocknen weniger Zucker enthalten, daher ist es besser für viele Ponys und Pferde, mehr Heu statt Gras zu fressen. Im Winter darf mehr Heu gefüttert werden, denn die Ponys brauchen es für ihre "innere Heizung". Je kälter es ist, desto mehr Energie wird benötigt und umso hungriger sind die Ponys auf Heu. Im Winter darf gesunden Pferden und Ponys auch gelegentlich mal eine Möhre oder ein Leckerchen gegeben werden. Den zu dicken Tieren schadet es allerdings auch dann, denn auch in Möhren, Äpfeln und Leckerchen steckt eine Menge Zucker. 

Und welche Menge Heu verdrückt so ein Pony an einem Wintertag? Zwischen 6 und 10 Kilo Heu, je nach Größe und Gewicht des Pferdes/Ponys! Jetzt könnt ihr euch vorstellen, warum wir immer so viele Heuballen einkaufen müssen!

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Noch ein Winterthema:

Pferde kennen keine kalten Füße!

Pferde und Ponys toben gerne im Schnee - das kann man bei Haera und Hamingja hier gut sehen. Warum sie dabei keine kalten Füße, ähm Hufe bekommen, liegt unter anderem an ihrer "Hornhaut" :) 

Pferdehufe sind im Inneren durchblutet, daher fühlen sie durchaus, ob es kalt oder warm ist, ob der Boden hart und steinig oder weich ist. Richtig kalt wird es ihnen aber nicht, denn die durchbluteten Hufe werden durch die Hornkapsel gut geschützt. Horn ist ein tolles Material, da es sich zwar fest anfühlt, so dass die Hufe weniger leicht verletzlich sind, es ist aber doch elastisch und  wächst immer nach. Die Natur hat die Hufe der Pferde sogar so gestaltet, dass sie unterschiedlich schnell wachsen können, je nachdem, was gebraucht wird. Im Winter wachsen sie nicht so schnell, denn Schnee oder Matsch sind weich und reiben das Horn nicht so stark ab. Im Sommer wachsen Hufe schneller, denn normalerweise wandern Pferde dann auf den harten Böden weite Strecken. 

Hufeisen stören dieses System und können sogar die Durchblutung der Hufe senken. Deshalb sind unsere Ponys und Pferde auf Naturhufen unterwegs und tragen im Sommer höchstens mal ein Paar Hufschuhe!

 

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Cookie zeigt auf diesem Bild unser erstes Wissensthema: Winterfell und Temperaturanpassung 

 

Vor allem Ponys sind mit einem enorm dichten Fell im Winter vor Kälte geschützt. Bis zu 10 cm dick kann es werden - das schützt vor Temperaturen auch unter .20 Grad! Das Ponyfell ist ein Mehr-Schichten-Fell: Es besteht aus dichter, plüschiger Unterwolle zum Warmhalten und aus dem längeren Deckhaar, das gegen Nässe schützt. Die Ponys können die einzelnen Haare ihres Fells entweder glatt anlegen oder aufstellen - so wie sich eure Haare auf den Armen bei Gänsehaut aufrichten.

Wenn es sehr kalt und windig ist, wird das Fell aufgerichtet, so dass sich  Luft zwischen den Haaren aufwärmen kann. Dann sehen unsere Ponys aus wie dicke Flauschekugeln :) 

Auch die Haut schützt vor schlechtem Wetter. Auf ihr gibt es eine Art Fettstaub, der das Regenwasser abperlen lässt. 

Was noch bei Kälte hilft, ist viel Heu: Damit funktioniert die innere Ponyheizung bestens. Und ein bisschen zusammenrücken und sich in der Gruppe gegenseitig wärmen ist eine sehr kuschelige Hilfe im Winter.

 

Wenn ihr übrigens beobachtet, dass der Schnee auf den Ponys liegen bleibt, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sie sehr gut gedämmt sind und in ihrem Winterfell nicht frieren. So überstehen die Verwandten unserer Ponys im Norden auch eisige Winterstürme, bei denen nicht selten sogar Eiszapfen an den langen Ponybärten hängen. Und noch etwas, um das ich die Ponys wirklich beneide: Sie bekommen keine kalten Füße so wie wir. Wie das mit den Hufen so funktioniert, das gibt es in einer nächsten Folge :) 

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Dreharbeiten auf Hof Weidengrund - TV Mittelrhein ließ sich von unseren Ponys und Reitern begeistern :) 

Das war ein aufregendes Ereignis! Eine Kamera wurde aufgebaut, ein großes Mikro der Reitlehrerin unter die Nase gehalten und dann natürlich die Hauptakteure gefilmt: Unsere tollen Ponys und Reitkinder beim Pflegen, Satteln und Trainieren. Die Großen mit ihren Isländern und Annalena mit Black Pearl durften einen flotten Galopp vor der Kamera zeigen und hatten viel Spaß dabei ;)

Alle haben es klasse gemacht und unser Konzept des Miteinanders und der Fairness gegenüber den Tieren mit ganz viel Freudeglitzern in den Augen rüber gebracht. 

Schaut es euch unbedingt an: http://tv-mittelrhein.de/mediathek/tvm/video/?video_id=20268 

In der Mediathek unter "Entdecke Rhein-Lahn" wird unser Filmchen dauerhaft zu sehen sein. Vielen Dank allen Akteuren :))